Ekelöschkeite aus der Heimat

Ach, was gibt es Schöneres als ein Stückchen Heimat in Düs­sel­dorf-Rath?

Während die echt­en Deutschen noch um das ver­lorene Halb­fi­nale von Häuptling Augen­braue und Fault­i­er Gomez trauern, besinne ich mich auf meine osteu­ropäis­chen Wurzeln. Bei einem ver­reg­netem Fre­ita­gnach­mit­tag ver­schlägt es mich in einen Nos­tal­gieladen in Düs­sel­dorf-Rath. Da wer­den Erin­nerun­gen wach.

Am Ein­gang riecht es nach über­teuertem Schasch­lik, drin­nen werde ich von ein­er Frau undefinier­baren Alters ver­ach­t­end von oben bis unten gemustert. Oh ja, hier bin ich richtig, hier kann ich “Men­sch” sein. Eltern schreien grund­los ihre Kinder an, es dudelt rus­sis­ch­er Schlager im Hin­ter­grund, an der Frischetheke muss man minuten­lang warten bis man bedi­ent wird, obwohl man der Einzige in der Schlange ist. Irg­erndwelche Mut­tis, die wie Babuschkas mit Goldzäh­nen ausse­hen, rat­en einem, welche Sorte ein­gelegter Tomat­en man kaufen soll.

Ich mag keine Tomat­en.

- Na und? Kaufen Sie sie trotz­dem, Sie wer­den es nicht bereuen.

Nach ein­er gefühlten Ewigkeit ste­he ich an der Kasse mit Ikra (Fis­cheier mit Fisch), Dorschle­ber und ein­gelegten Tomat­en in den Hän­den. 20 Jahren Deutsch­land kom­men nicht gegen rus­sis­che Gene an, und den Hang zu den Ekelöschkeit­en aus der Heimat.

30. Juni 2012 von Tatjana
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